Leykaul I – oberhalb Hirschrott

Letzte Hofanlage

Leykaul war der Name eines Einzelhofs über dem östlichen Hang des Wüstebachs, nahe bei seinem Zusammenfluss mit dem Püngelbach oberhalb von Hirschrott. Ab dort gilt nach heutigem Gebrauch der Name Erkensruhr.

 Ley ist in der regionalen Mundart die Bezeichnung sowohl für markante Felsformationen an Talseiten wie auch für die daraus gewonnenen Tafeln Dachschiefer. Der Name verweist demnach auf die unterhalb des Hofes betriebenen Dachschieferbrüche. Er kommt ebenfalls für die Schieferbrüche bei Kalterherberg vor.

Erste Hofanlage

Im Umkreis von Wüstebach und Püngelbach ist seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Dachschiefer abgebaut worden. 1791 hat der letzte Schultheiß der Jülicher Verwaltung J. J. de Berghes Ländereien am Püngelbach zu diesem Zweck erworben. 1825 hat die Familie de Berghes die Anlage an den Nicolas Dardenne (*ca. 1792 – † 1860, Hirschrott) und seine Frau Marie Josephe Bauduin (* ca. 1789 – † 1868, Hirschrott) verkauft. Wie der Berufskollege Jean Joseph Goffart (vgl. zur Familie Goffart auf Leykaul II) stammte auch Dardenne aus Fumay in den Ardennen. Der Hof wurde noch zu Anfang der 90er Jahre von Nachfahren bewirtschaftet. Ende 2008 abgerissen, nachdem die Nationalparkverwaltung Eifel das an den Nationalpark grenzende Anwesen erworben hatte.

Weiteres: s. Erkensruhr, Hirschrott

Literatur: H. Steinröx: Höfe – Mühlen – Schiefersteine, Monschau 1994 (= Beiträge zur Geschichte des Monschauer Landes. 3) S. 254-262 mit Abbildung.