Mützenich (Erstbezeugung a. 1361 Muetzenich) Mützenich setzt die beiden ursprünglich getrennten Siedlungen Mützenich und Lauscheid fort. Der Name Lauscheid ist heute nicht mehr als Ortsteilname auf Karten verzeichnet, doch unter den Aufzeichnungen des Gewohnheitsrechts im Lagerbuch von 1649 sind für Lauscheid und Mützenich noch je eigene Weidebezirke ausgewiesen. Mützenich ist der höher gelegene Ortsteil an der südlichen Abdachung des Steling (660 m). Der Name setzt einen gallorömischen -acum-Namen fort, zu rekonstruieren als *Muttini-acum, auch wenn römerzeitliche Funde im Ortsbereich, anders als in Kesternich, bisher fehlen. Die Siedlung lag wohl an einer Wegeverbindung von Konzen auf die Vennhöhe, wo in der Verlaufsrichtung der mittelalterlichen Kupferstraße ein älterer römerzeitlicher Weg anzunehmen ist. Zusammen mit Konzen und Kesternich liefert der Ortsname Mützenich einen Hinweis darauf, dass nach Abbruch der römerzeitlichen Erschließung das Monschauer Land nicht gänzlich unbewohnt geblieben ist, auch wenn die Siedlungsgeschichte des Raumes wesentlich mit der Karolingerzeit neu beginnt. Lauscheid (Erstbezeugung a. 1334 de Lauscheidt, a. 1361 Loverscheyt) war dagegen der tiefer zur Vennbahn nahe dem ehemaligen Bahnhof Monschau-Mützenich gelegene Ortsteil, oberhalb der Täler des Kleinen und Großen Laufenbachs. Wie bei den anderen Namen auf -scheid dient der zugehörige Gewässername zur Kennzeichnung der benachbarten Höhe (vgl. Schmidt). Der Namentyp gehört der hochmittelalterlichen Rodungsphase an. Beide Siedlungen finden sich entsprechend im Feldgeleit. Zu Mützenich gehören die nahe Reichenstein gelegenen Plätze Eschweide (a. 1495 die Eschweidt; s. dort) und Vennhof (um 1560). Die Mützenicher Flur ist durch großflächige Vennkultivierungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beträchtlich erweitert worden. Dazu gehören vor allem die Rodungen "Platte Venn" (1905-1917) im Westen nahe der Höhe Hahnheister und "Hatzevenn" (1923-1929) westlich der Vennbahn zwischen Mützenich und Konzen. Die Strassenverbindung durch das Hatzevenn nach Konzen (L 106) ist in diesem Rahmen angelegt worden. Der am Rande des Hatzevenns gelegene Hof Staffelbusch war in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur französischen Zeit (1794) Zehntscheune des Aachener Marienstifts. Vergleichsweise spät, erst im 19. Jahrhundert, stellten die Bewohner ein Kirchenbaugesuch (1840). Ein Neubau (St. Bartholomäus) konnte 
| Kirche 1950 |
| 1850 geweiht werden, Pfarrerhebung erfolgte 1856. Eine seitliche Erweiterung der im 2. Weltkrieg nur wenig beschädigten Kirche wurde im Jahr 1954 geweiht.In der ersten preußischen Kommunalordnung von 1816 kam Mützenich mit Eschweide, Konzen, Menzerath und Widdau zur Bürgermeisterei Imgenbroich, bildete ab 1851 mit Imgenbroich und Konzen eine Samtgemeinde und kam 1936 als Gemeinde zum Amt Imgenbroich, das neben Konzen nun um Eicherscheid erweitert war. Seit der Kommunalreform von 1972 ist Mützenich Teil der Stadt Monschau. Bei der großen Auswanderungswelle der Mitte des 19. Jahrhunderts in das Gebiet der Großen Seen Nordamerikas, haben zwischen 1847 und 1856 auch mehrere Familien aus Mützenich ihre Heimat verlassen. Aufgrund der Lage vor dem Westwall und der schnellen amerikanischen Besetzung aus dem Raum Eupen im September 1944 fielen die Kriegszerstörungen in Mützenich im Vergleich zu den Orten im Landesinnern deutlich geringer aus. Literatur: H. Steinröx: Selbständige Pfarre Mützenich 1856, ML 7 (1979) S. 101-102; K. Mertens: 45 Gefangene kultivierten das Platte Venn, ML 22 (1994) S. 95-96; H. Steinröx: Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes, Monschau : Geschichtsverein des Monschauer Landes 1994; D. Küpper - K. Schütt: Die Familie Voell in Amerika, ML 31 (2003) S. 44-49; H. G. Lauscher - K. Schütt: "ich will euch mein weniges fon der gemeinde Mützenich mitheilen ...", ML 35 (2007) S. 44-52; Th. Schreiber: Mützenich im Spiegel amtlicher topographischer Karten, ML 26 (1998) S. 47-63 |